Kurzbericht “Auftakttreffen EBBS_rail” in Hamburg

Am 4. September 2026 fand bei der DB InfraGO AG in Hamburg das Auftakttreffen von EBBS_rail (Entscheidungshilfe für den Umgang mit Bestands-Brücken in Stahl im Netz der Deutschen Bahn AG). statt. Das Treffen brachte die Projektpartner der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg mit verschiedenen Akteuren der DB InfraGO AG sowie Vertreterinnen des Denkmalschutzamts Hamburg und des Niedersächsischen Landesamts für Denkmalpflege zusammen. EBBS_rail ist als Teilprojekt I3 mit dem DFG-Schwerpunktprogramm 2255 „Kulturerbe Konstruktion“ assoziiert.

Zum inhaltlichen Auftakt stellte Prof. Dr.-Ing. Werner Lorenz die grundlegende Frage nach dem zukünftigen Umgang mit bestehenden Eisenbahnbrücken in den Mittelpunkt: Wann sind Erhaltung und Ertüchtigung des Bestands sinnvoll, wann ein Ersatzneubau? Dabei machte er deutlich, dass es nicht darum gehen kann, den Erhalt grundsätzlich gegenüber dem Neubau zu bevorzugen. Entscheidend ist vielmehr, unter den jeweiligen Rahmenbedingungen tragfähige und insbesondere auch wirtschaftlich vertretbare Lösungen zu finden. Im Rahmen von EBBS_rail soll diese Entscheidung daher nicht allein aus technischer Perspektive betrachtet werden. Vielmehr sollen technische und ökonomische Anforderungen gemeinsam mit ökologischen Auswirkungen und baukulturellen Werten in eine differenzierte und nachvollziehbare Entscheidungsgrundlage einfließen.

Dr.-Ing. Clara Jiva Schulte gab anschließend einen Überblick über die wissenschaftlichen Grundlagen, die Ziele und das Arbeitsprogramm von EBBS_rail. Dabei zeigte sie auf, wie die im Rahmen der Forschung zu stählernen Eisenbahnbrücken im SPP 2255 entwickelten theoretischen und methodischen Grundlagen im Erkenntnistransferprojekt in die praktische Anwendung überführt werden sollen. Im Mittelpunkt stehen die Erprobung und Weiterentwicklung des Bewertungssystems und der dazugehörigen Toolbox anhand konkreter Pilotprojekte. Gemeinsam mit den Anwendungspartnern soll untersucht werden, wie sich die entwickelten Methoden in bestehende Planungs- und Entscheidungsprozesse integrieren lassen.

Einen weiteren Schwerpunkt des Auftakttreffens bildete die Diskussion über die Auswahl und die Anforderungen der Pilotprojekte. Thematisiert wurden unter anderem die erforderlichen Datengrundlagen, die Einbindung relevanter Akteure sowie die Schnittstellen zwischen technischen, betrieblichen und denkmalfachlichen Belangen. Auch das erste Pilotprojekt in Hamburg, die EÜ Salomon-Heine-Weg, wurde gemeinsam betrachtet.

 

 

Foto: A. Hassan 2026

Foto: A. Hassan 2026

Mit dem Auftakttreffen ist die gemeinsame Arbeit der Projektpartner nun gestartet. Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für den offenen und konstruktiven Austausch und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.
Über den weiteren Projektverlauf und die Arbeit an den Pilotprojekten werden wir regelmäßig auf der Website von EBBS_rail berichten.

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